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Acht wichtige Antworten rund ums E-Mobil

21.01.2020

Neue, attraktive Kaufprämien für Elektroautos könnten die Nachfrage nach E-Autos in Deutschland beflügeln. Allerdings sind viele Interessenten unsicher, ob sie ein solches Fahrzeug wirklich erwerben sollten. Wir beantworten die acht wichtigsten Fragen.

1. Umweltfreundlichkeit

Das Fahren mit Elektroautos ist praktisch „emissionsfrei“, weil sie im Gegensatz zum Verbrennungsmotor keine direkten Schadstoffe ausstoßen. Allerdings entstehen bei der Stromproduktion CO2-Emissionen sowie Schadstoffe. Hier kommt es also auch darauf an, woher die Energie für die Autos kommt. Elektroautos hinterlassen zudem einen „ökologischen Reifenabdruck“, der größer ist als der von Autos mit Verbrennungsmotor. Grund: die Batteriezellen müssen (noch) mit großem Energieeinsatz hergestellt werden. Je weiter und häufiger das E-Auto dann jedoch gefahren wird, desto schneller schlägt dieser Energieeinsatz ins positive Energiesparen um.

2. Rohstoffe

Alle notwendigen Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Nickel, Graphit, Platin und andere sind nach Expertenmeinung mehr als ausreichend vorhanden. Allerdings müssen die Förderstätten rechtzeitig erschlossen werden und der Abbau muss sowohl sozial- als auch umweltverträglich erfolgen. Kinderarbeit und Rodungen müssen für alle Hersteller tabu sein.

3. Elektrischer Strom

Engpässe in der Energieversorgung sind nicht zu erwarten, denn bei einer Zahl von zehn Millionen E-Mobile würde der Strombedarf um rund 5,6 Prozent steigen. Diese Strommenge kann problemlos über die bestehende Infrastruktur sowie mit Hilfe von Effizienzsteigerungen in anderen Bereichen bereitgestellt werden. Überhaupt kein Problem ist es, wenn die Fahrzeuge an der hauseigenen Standard-Steckdose geladen werden. Stärkere Ladebuchsen müssen gemeldet, über elf Kilowatt sogar genehmigt werden.

4. Antriebsbatterien

Die Akkus aus E-Fahrzeugen sind Sondermüll, ebenso wie etwa die AA- oder AAA-Zellen für Kleingeräte auch. Laut Batteriegesetz müssen Hersteller beziehungsweise Händler die Batterien zurücknehmen und verwerten. Mit modernen Recyclingverfahren für Lithium-Ionen-Akkus können bis zu 95 Prozent der relevanten Materialen Kobalt, Nickel, Lithium und Kupfer zurückgewonnen werden. Antriebsbatterien, die für den Einsatz in Fahrzeugen nicht mehr leistungsfähig genug sind, können im „second life“ zudem viele Jahre als stationäre Stromspeicher verwendet werden.

5. Brandgefahr

Gelegentlich liest man von Unfällen von E-Mobilen, bei denen die Batterien in Brand geraten. Grundsätzlich gilt: Elektroautos sind im normalen Betrieb sicher. Kritisch kann es werden, wenn die Schutzmechanismen für die Batterie beeinträchtigt sind, etwa durch die mechanische Verformung infolge eines schweren Unfalles. Dann könnten einzelne Zellen durch innere Schäden überhitzen und die Antriebsbatterie Feuer fangen. Dieses Risiko ist aber vergleichsweise gering, da sich das Hochvoltsystem abschaltet, nachdem bei einem Unfall der Airbag auslöst.

6. Förderung

Autofahrer, die auf E-Mobile umsteigen möchten, können 2020 mit einem Zuschuss für E-Fahrzeuge mit einem Kaufpreis unter 40.000 Euro von 6000 Euro und für Plug-In-Hybride von 4500 Euro rechnen. Für teurere Autos (Listenpreis über 40.000 bis maximal 65.000 Euro) ist ein Umweltbonus von 5000 Euro für rein elektrische und von 3750 Euro für Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge vorgesehen. Der Umweltbonus wird weiterhin jeweils zur Hälfte von der Bundesregierung und von der Industrie finanziert.

7. Reichweite

Immer wieder hört man, dass E-Autos nicht besonders weit kommen. Doch auch längere Fahrten sind problemlos möglich. Je nach Typ können Reisende leicht mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Die Reichweite aktueller Modelle liegt zwischen etwa 90 (Renault Twizy) und 600 Kilometer (Tesla Model S). Plug-in-Hybride, also Fahrzeuge, die neben einem Verbrennungsmotor auch über ein E-Aggregat verfügen, haben bei rein elektrischem Betrieb geringere Radien. Achtung: Vor allem Kälte kann die Kapazität der Akkus beeinträchtigen.

8. Preise

Plug-in-Hybriden sind aufgrund der doppelten Aggregate häufig etwas teurer als ihre „reinrassigen“ Geschwister. Aber: Durch die Förderung und aufgrund des Sparpotenzials lohnt sich ein Kauf oft trotzdem. Noch deutlicher wird der Preisvorteil mit Umweltbonus und bei weiteren Fahrstrecken bei reinen E-Autos. Die Listenpreise beginnen bei knapp 7000 Euro für den offenen Zweisitzer Renault Twizy, nach oben sind kaum Grenzen gesetzt, wenn man etwa auf den Aston Martin Rapide E (275.000 Euro) oder den Porsche Taycan Turbo S (186.000 Euro) schaut.